YABADU hinter den Kulissen:
Kinoton in zwei Wochen
Sechs Monate im Camper durch Südamerika, alles selbst gefilmt, ohne Tonteam. Daraus sollte ein Kinofilm werden. Yvonne Pferrer und Jeremy Grube kamen mit „YABADU: Niemals Erwachsen“ zu uns, und bis zur fertigen Mischung blieben zwei Wochen. Am Ende stieg der Film auf Platz 3 der deutschen Kinocharts ein. So ist der Ton entstanden.
Die Kurzfassung
Ohne Tonteam gedreht heißt: defekte Mikrofone, Klirren, Szenen ohne verwendbaren Dialog. In zwei Wochen haben wir Dialoge gerettet, nachsynchronisiert, Geräusche und Atmosphären ergänzt, die Musik eingebettet und gemischt, zuerst in Stereo, dann im Dolby-Atmos-Finalmix gemeinsam mit Stefan Heger bei toruspost in Köln.
Inhalt
1. Die Ausgangslage
YABADU ist kein klassisch produzierter Film. Yvonne und Jeremy haben ein halbes Jahr im Camper gelebt, sind durch Südamerika gefahren und haben alles selbst gefilmt. Das macht den Film nah und echt. Für den Ton bedeutet es: Niemand hat auf Wind, Pegel oder Mikrofonposition geachtet, weil niemand dafür da war.
Entsprechend sah das Material aus. Mikrofone mit Defekten, Klirren in lauten Momenten, ganze Szenen, in denen der Dialog nicht zu verwenden war. Und das alles für eine Leinwand, auf der man jeden Fehler hört.
2. Zwei Wochen, ein Plan
Für einen abendfüllenden Kinofilm sind zwei Wochen Tonpostproduktion knapp. Das funktioniert nur mit einer klaren Reihenfolge: zuerst sichten und entscheiden, was zu retten ist und was nicht. Dann Dialog, dann Geräusche und Atmosphären, dann Musik und Mischung. Jeder Schritt baut auf dem vorherigen auf, und keiner darf den nächsten aufhalten.
3. Dialoge retten
Der Dialog trägt einen Dokumentarfilm. Deshalb lag hier der größte Teil der Arbeit.
- Restaurierung: Störgeräusche entfernen, Frequenzlücken schließen, Aufnahmen rekonstruieren. Das Ziel war nie, alles glatt zu bügeln. Der Film soll nach Reise klingen, nicht nach Studio.
- Tonschnitt: Die besten Stellen zusammensetzen, Übergänge glätten, damit Szenen ohne hörbare Brüche laufen.
- ADR: Wo der Originalton nicht mehr zu retten war, haben wir die Dialoge nachsynchronisiert. Die Kunst dabei: Die neue Aufnahme muss klingen, als wäre sie am Drehort entstanden.
4. Foley, Atmosphären, Musik
Wenn der Originalton fehlt oder gereinigt wurde, fehlt oft auch die Welt drumherum. Wald, Stadt und alles dazwischen: Diese Geräusche und Atmosphären haben wir ergänzt, damit die Szenen wieder hörbar werden. Einzelne Geräusche haben wir dafür selbst in unseren Studios aufgenommen.
Dazu kam das Sound Design für einzelne Szenen und die Musik des Filmkomponisten. Unsere Aufgabe war, beides so einzubetten, dass Musik und Geräusche sich ergänzen statt gegeneinander zu arbeiten.
Dein Film, bereit fürs Kino
Schick uns dein Material. Wir retten den Ton, schneiden, mischen und bringen deinen Film auf die Leinwand, in Stereo, 5.1 oder Dolby Atmos.
Filmprojekt anfragen →5. Vom Stereomix zum Atmos-Finalmix
Den Stereomix haben wir selbst gemacht und die Stems an Stefan Heger übergeben. Er hat daraus die Dolby-Atmos-Vormischung erstellt. Den Finalmix haben wir dann gemeinsam bei toruspost in Köln gemacht. Dort zeigt sich, ob Dialog, Musik und Atmosphären auch auf großen Lautsprechern zusammenhalten.
Für einen Film mit diesem Zeitplan bringt es mehr, Erfahrung zu bündeln, als alles allein zu machen.
6. Das Ergebnis
Am 15. Mai 2025 lief YABADU in den deutschen Kinos an und stieg auf Platz 3 der Kinocharts ein. Zur Kinotour kamen über 21.000 Menschen, berichtete echo24. Heute gibt es den Film auf Amazon Prime Video und auf Blu-ray. Einen Eindruck gibt der Trailer.
Mit Jeremy verbindet uns schon länger die Musik: Für seinen Song „Nie nie mehr“ haben wir die Produktion und das Musikvideo in Island gemacht. Mehr dazu in der Case Study.
7. Was Filmemacher mitnehmen können
Nicht jeder hat ein Tonteam. Wer selbst dreht, kann der Tonpostproduktion trotzdem viel Arbeit abnehmen:
- Raumton aufnehmen: An jedem Drehort eine halbe Minute Stille, ohne dass jemand spricht. Damit lassen sich Schnitte später unhörbar machen.
- Pegel mit Reserve: Lieber etwas zu leise als zu laut. Leise lässt sich anheben, Klirren lässt sich kaum zurückholen.
- Wind ernst nehmen: Ein Windschutz kostet wenig und rettet ganze Szenen.
- Ersatzmikrofon dabeihaben: Ein Defekt fällt oft erst Tage später auf. Ein zweites Mikrofon als Backup ist die günstigste Versicherung.
- Früh reden: Wer vor dem Dreh mit der Tonpostproduktion spricht, weiß, worauf es ankommt. Nach dem Schnitt ist es für vieles zu spät.
Recherche, Quellenauswahl und redaktionelle Verantwortung: Rahim Erbil. Beim Entwurf und bei der Recherche haben wir KI eingesetzt. Jeder Satz wurde von Hand geprüft, bevor er hier steht. Made with Herzblut and AI.
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Rahim kennenlernen →Häufige Fragen zum
Kinoton.
Oft ja. Mit Restaurierung lassen sich Störgeräusche entfernen und Lücken schließen. Wo das nicht reicht, wird der Dialog per ADR nachsynchronisiert, wie bei mehreren Szenen von YABADU.
Das hängt vom Material ab. YABADU war in zwei Wochen fertig gemischt, trotz schwierigem Originalton. Das geht nur mit klarer Reihenfolge und einem Team, das parallel arbeiten kann.
Nicht zwingend. Für das Kino ist eine Mischung in 5.1 oder Atmos üblich, für Streaming reicht oft Stereo. Bei YABADU gab es beides: unseren Stereomix und den Atmos-Finalmix.
Ja, wenn es dem Film hilft. Bei YABADU hat Stefan Heger die Atmos-Vormischung erstellt, den Finalmix haben wir gemeinsam bei toruspost in Köln gemacht.
Raumton aufnehmen, Pegel mit Reserve einstellen, Mikrofone vor Wind schützen und ein Ersatzmikrofon dabeihaben. Und so früh wie möglich mit der Tonpostproduktion sprechen, nicht erst nach dem Schnitt.
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